Master WM Los Alcàzares
André kam, sah und siegte.
Die Engländer hatten für
André den Pata B4 von John Greenwood mitgebracht, so dass André nebst Familie
ganz relaxt auf dem nahe gelegenen Flugplatz einschweben konnte. Die Vermessung
war nach einem Code stichpunktartig, einmal Rumpf - einmal Mast - einmal Ruder,
Segel alle. Also alles easy, Saraskin aus Rußland war der Chefvermesser. Bei dem
Ausrichter CAR am Mar Menor handelt es sich um ein Wassersportzentrum für
Jugendliche. Ein großes Gelände mit zahlreichen Gebäuden wie Jugendhotel,
Cafeteria, Versammlungsraum, Sporthalle mit Fittnesscenter etc standen zur
Verfügung. Über eine Toröffnung zur Wasserseite hin konnten die Boote über eine
breite betonierte Slipanlage problemlos in kurzer Zeit zu Wasser gebracht
werden. In dieser Hinsicht war alles optimal - nur die Wohnmobilisten hatten es
diesmal wirklich schlecht getroffen. Sie mußten sich in einer Seitenstraße auf
öffentlichen Flächen mehr oder minder geduldet hinstellen. Strom haben sie sich
von einem nahen Kiosk besorgt, die CAR Toiletten waren des Nachts auch noch
abgeschlossen. Anlieger sollen sich noch beschwert haben - die Polizei wurde
vorstellig.
Am Sonntag dann endlich die erste Proberegatta. WWW -Wärme - Wind - Welle, so
sollte es während der gesamten Serie bleiben. Der Wind wehte immer in einer
Stärke zwischen 10 - 16 Knoten, allerdings aus unterschiedlichen Richtungen.
Auch wenn man meinte der starke Wind hätte eine Konstanz waren Dreher von 20 bis
30 Grad immer drin.
Erster Startversuch - allgemeiner Rückruf. Kein Mensch hat sich drum gekümmert ,
es war auch kein Boot auf dem Wasser, welches uns zurückgeholt hat. Der Wind
legte mächtig zu und hat enorm nach rechts gedreht - nach ca. 1 Stunde wurde
alles abgebrochen. Immerhin die Übung war wertvoll, mehr Begleitboote mussten
aufs Wasser und vor allem Rettungsboote mussten vorhanden sein.
Am Montag ging's dann los und alles war prächtig vorbereitet. Jede Wettfahrt war
ein grandioses Erlebnis. Die Organisation auf dem Wasser war vom allerbesten.
Die Wettfahrtleitung agierte mit großer Übersicht, Präzision und Konsequenz.
Zwei Jury-Boote besetzt mit dem Engländer den wir bereits aus Cannes kennen
hatten alles bestens im Auge und pfiffen nicht zu kleinlich - souverän eben.
Meistens war der Wind stärker als 12 kn - pumpen war freigegeben ( für den der
noch konnte )
Alle 135 Boote waren am Start - keine Gruppen wie sonst in den letzten Jahren.
Die Startlinie war ca. 1 km lang. In der Mitte der Linie lag eine Hilfstonne,
ca. 20 m nach Lee versetzt, so dass auch die Segler in der Linienmitte eine
recht gute Orientierung hatten. Die Signalgebung erfolgte vom Startschiff auf
luv, von einem weiteren Schiff auf Lee und von einem dritten Schiff auf
Linienmitte ca. 100 m zum Wind vorgelegt. Nach einem allgemeinem Rückruf kam
sofort "black flag", so dass wir mit drei Startversuchen pro Wettfahrt auskamen.
Die BFD Frühstarter wurden auf allen drei Booten gut leserlich auf Tafeln
angezeigt. Bei einer wesentlichen Windrichtungsänderung wurde zunächst die
Luvtonne neu ausgelegt und durch eine andersfarbige ersetzt. Kursänderung mit
Kompasskurs wurden angezeigt. Sollte sich im Verlauf der Wettfahrt eine weitere
erhebliche Windrichtungsänderung ergeben haben wurde die Leetonne versetzt und
durch eine andersfarbige ersetzt. Alles ist mehrfach in der Serie so
vorgekommen. Die Startlinie lag korrekt im 90 Grad Winkel. Bei der Länge waren
die Verhältnisse an den beiden Enden der Linie allerdings erheblich
unterschiedlich. Auch konnte während oder kurz nach dem Start einer der
berühmten Dreher einsetzen - aber so ist das halt beim segeln. Der Kurs war sehr
lang, omann omann die Beine und Knie schmerzen jetzt noch. Olympischer Kurs -
wie zu besten früheren Zeiten. Kreuz - Dreieck - Kreuz - Vorwind - Kreuz - Ziel.
Immer volle Länge - die erste Kreuz war allein ca. 1,8 sm lang. Eine Wettfahrt
dauerte trotz des des starken Windes immer ca. 1,5 h. An drei Tagen haben wir 2
Wettfahrten gesegelt. Die 6. Wettfahrt wurde kurz vor Zieleinlauf des Ersten (
Allen Burell) abgebrochen und wurde am letzten Tag wiederholt. Auch hier
konsequentes Handeln der Wettfahrtleitung - der Wind war kurzzeitig
zusammengebrochen , ca. 100 Boote verkeilten sich an der Leetonne. Einige wenige
zu denen auch ich diesmal in 6ter Position liegend gehörte sgeltem mit frischem
Wind dem Ziel entgegen. Aber zugegeben ein fairer Wettbewerb für alle war nicht
mehr gegeben - Abbruch. Am letzten Tag dann sofort beim ersten Startversuch
black flag - um wegen des Zeitlimits ( 15 h letzte Startmöglichkeit) noch zwei
Läufe hinzubekommen. Alles hat wunderbar hingehauen, 2 volle Wettfahrten ohne
Bahnabkürzung fanden statt.
Der Ergebnisliste könnt ihr entnehmen - André hat von 7 Läufen 5 gewonnen. Ein 2
ter und ein 6 ter zum Streichen runden den Sieg ab. Die Plätze allein sagen über
die Dominanz allerdings noch nicht alles aus. Es ist mehrfach passiert, dass
André an der ersten Tonne in den 30gern war. Nun musste er arbeiten - und wie.
Er flog nur so über die Wellen- am ersten Raumfass schon an 10ter Stelle, am
Leefass dann um 3 oder 4, die nächste Kreuz hat die Kontrolle über die
Wettbewerber gebracht... Einfach beeindruckend und dabei war der Wettbewerb nun
wirklich nicht ohne. André herzlichen Glückwunsch , wir freuen uns alle mit Dir.
Wir haben noch einen Sieger in unseren Reihen. Legend Siegfried Böhl von der
starken Bibliser Truppe hat die Goldmedaille gewonnen. Er hat dabei eine große
Zahl wesentlich Jüngerer Segler aus der Kategorie M 40, GM 50 und GGM 60 hinter
sich gelassen.
Herzlichen Glückwunsch Siegfried, Du kannst stolz auf diese Leistung sein. Für
mich hat's diesmal nicht fürs Treppchen gereicht, es waren eben bessere da. Aber
Gesamtplatz 26 ist noch kein Verlust. Überhaupt haben sich bei dieser sehr
anspruchsvollen Serie die Älteren ganz wacker geschlagen. Unter den ersten 30
waren 6 mal GM 50 und 6mal GGM 60 vertreten. Am Freitagnachmittag ging dann mit
einer ansprechenden Preisverteilung die ereignisreiche Segelwoche zu Ende. Es
war ein Finn-Fest. Herzlichen Dank an dieser Stelle nochmals an alle Beteiligten
des Ausrichters.
Auf der Rückreise zwischen Valencia und Barcelona hat sich am Samstag leider ein
schwerer Verkehrsunfall ereignet. Drei PKW mit Doppelstockhängern unserer
holländischen Freunde waren betroffen. Wegen eines Platten waren diese drei auf
der Standspur zum Stehen gekommen. Alle waren wohl ausgestiegen als ein
spanisches Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit in diese Gruppe auf der Standspur
reingerast ist. Beim Vorbeifahren sah man ein Bild der Verwüstung und des
Grauens. Alphons regelte mit großer Übersicht den aufgestauten Verkehr. Zum
Glück gibt es keine Toten bei den Holländern zu beklagen, allerdings leichte
aber auch schwerere Verletzungen. Einige befinden sich noch im Krankenhaus in
Spanien - es sollen aber keine lebensbedrohenden Verletzungen sein. Ich wünsche
allen verletzten Niederländern baldige und völlige Genesung und hoffe, dass sie
den Schock überwinden und wir uns bald wieder auf der Regattabahn treffen.
Friedrich
GER 146
Fotos : no longer available on the Spanish website
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